Wie aus einem Bergedorfer Beerdigungsinstitut ein Familienunternehmen in fünfter Generation wurde und warum der Standort am Soltausredder 8a für viele Barsbütteler bis heute ein vertrauter Ort des Abschieds ist
Wenn ältere Barsbütteler vom Haus am Soltausredder 8a erzählen, sagen viele von ihnen noch immer schlicht „Soltau“. Der Name steht in der Gemeinde seit Generationen für einen würdevollen Abschied, und er lebt bis heute weiter unter dem Dach eines Unternehmens, dessen Wurzeln noch tiefer reichen. Ollrogge-Kleinert Bestattungen wurde im Jahr 1912 gegründet und wird seither ununterbrochen von derselben Familie geführt. Mehr als 110 Jahre Firmengeschichte, fünf Standorte in Hamburg und Umgebung, ein zwölfköpfiges Team und eine Familie, in der inzwischen die vierte und die fünfte Generation zusammenarbeiten. Das ist die Bilanz eines Hauses, das sich über all die Jahrzehnte einem Grundsatz verpflichtet fühlt: da zu sein, wenn Menschen es am dringendsten brauchen.
Wie alles begann: Hugo Ollrogge und das Jahr 1912
Die Geschichte beginnt in Hamburg-Bergedorf. Dort gründete Hugo Ollrogge im Jahr 1912 das Beerdigungsinstitut, das bis heute seinen Namen trägt. „Gehört zum Leben. Seit 1912″ lautet der Leitsatz, der auch am Standort in Barsbüttel zu lesen ist. Er beschreibt das Selbstverständnis des Unternehmens recht genau: Der Tod gehört zum Leben, und ein würdevoller Abschied gehört zu jeder Lebensgeschichte dazu.
Auf den Gründervater folgte sein Adoptivsohn Paul Kleinert, der dem Unternehmen den zweiten Familiennamen gab. Später übernahm dessen Sohn Ingo Kleinert die Verantwortung. Heute führen die Geschwister Ingo Kleinert jr., Marco Kleinert und Sybille Jacobsen das Unternehmen in vierter Generation gemeinsam, und mit Christopher Kleinert und Leif Jacobsen ist bereits die fünfte Generation in den Betrieb eingetreten. Eine solche Kontinuität ist in der Branche selten geworden. Für die Familien der Region bedeutet sie Verlässlichkeit: Manche Barsbütteler werden heute von demselben Haus begleitet, das schon ihre Großeltern und Urgroßeltern zur letzten Ruhe gebettet hat.
Zeitdokument aus den Anfangsjahrzehnten: Mitarbeiter des Beerdigungsinstituts Hugo Ollrogge mit dem damaligen Fuhrpark. Foto: Ollrogge-Kleinert
Wachstum über Bergedorf hinaus und 1986 der Schritt nach Barsbüttel
Vom Stammhaus an der Wentorfer Straße in Hamburg-Bergedorf aus wuchs das Unternehmen Schritt für Schritt in die Region hinein. 1984 entstand mit der Niederlassung in Wentorf am Sollredder der zweite Standort, ausgestattet mit eigenen Abschiedsräumen und einer eigenen Floristikabteilung, was damals längst nicht selbstverständlich war.
Für Barsbüttel wurde das Jahr 1986 zum Wendepunkt. Ingo Kleinert übernahm das traditionsreiche Bestattungsinstitut Heinrich Soltau mit den Standorten Barsbüttel und Jenfeld, vertrauensvoll aus der Hand von Max Soltau, den er aus der gemeinsamen Vorstandsarbeit für den Fachverband der Bestatter in Hamburg kannte. Seither gehört das Haus am Soltausredder zum Familienunternehmen, wurde in der Gemeinde aber bewusst unter dem vertrauten Namen Soltau weitergeführt. 2001 kam ein Informationsbüro in Reinbek hinzu, das 2019 in die historische Rademacherkate an der Bahnhofstraße 7 umzog.
Behutsam modernisiert: ein neues Kapitel am Soltausredder
In den Jahren 2021 und 2022 wurde der Standort Barsbüttel umfassend modernisiert und den Bedürfnissen einer zeitgemäßen, persönlichen Abschiedskultur angepasst. Zugleich wurden die Firmennamen Ollrogge-Kleinert und Heinrich Soltau zusammengeführt. 2025 konnten die neu gestalteten Räume feierlich wiedereröffnet werden. „Vorsorge und Bestattungen, ehemals Heinrich Soltau“ steht heute über der Tür, und wer eintritt, findet eine helle, freundliche Atmosphäre vor, die bewusst Raum für persönliche Begleitung und stille Momente lässt.
Zu den Räumen gehört eine Ausstellung moderner und zeitgemäßer Urnen und Särge, die eine einfühlsame Auswahl in geschütztem Rahmen ermöglicht, ergänzt um Erinnerungsschmuck und die hauseigene Floristik. Geblieben ist bei allem Wandel die Haltung des Hauses: echtes Zuhören, respektvolle Begleitung und der Anspruch, in jeder Situation mit Einfühlungsvermögen für die Menschen da zu sein. Die langjährige Erfahrung aus Hamburg verbindet sich dabei mit einer engen Bindung an Barsbüttel.
Der modernisierte Standort am Soltausredder 8a, in dem das Unternehmen die Tradition von Heinrich Soltau Bestattungen fortführt. Foto: Ollrogge-Kleinert
Ein Barsbütteler übernimmt Verantwortung
Mit der Weiterentwicklung des Standortes verbindet sich auch ein persönliches Kapitel. Leif Jacobsen, Sohn von Sybille Jacobsen und Bestatter in fünfter Generation, ist in Barsbüttel aufgewachsen. Er leitet heute das Haus in seiner Heimatgemeinde und trägt damit dazu bei, dass ein Stück vertrauter Bestattungskultur erhalten bleibt, zeitgemäß und persönlich, wie es im Unternehmen heißt: „mit viel Herz für Barsbüttel“.
Gemeinsam mit dem zwölfköpfigen Team betreut die Familie heute fünf Standorte: den Hauptsitz an der Wentorfer Straße 2 bis 4 in Hamburg-Bergedorf, das Haus in Wentorf am Sollredder 7 mit Abschiedsraum und eigener Floristik, den Standort Barsbüttel am Soltausredder 8a, das Informationsbüro in der Reinbeker Rademacherkate sowie das Büro an der Rodigallee 246 in Hamburg-Jenfeld.
Vierte und fünfte Generation vereint: die Familie hinter Ollrogge-Kleinert Bestattungen. Foto: Ollrogge-Kleinert
Da sein, wenn es darauf ankommt: Hilfe im Trauerfall
Ein Todesfall trifft Angehörige fast immer unvorbereitet. In diesen Stunden zählt, dass jemand da ist, der Ruhe bewahrt, die nächsten Schritte kennt und alles Belastende abnimmt. Genau darin sieht das Team seine Aufgabe, und die reicht weiter, als viele vermuten. Das Haus ist permanent erreichbar, rund um die Uhr, auch am Wochenende und an Feiertagen. Nach dem ersten Anruf holen die Mitarbeitenden die verstorbene Person so schnell wie möglich mit eigenen Bestattungsfahrzeugen ab und nehmen sie in den eigenen Räumen auf, die im Unternehmen als ein liebevolles letztes Zuhause für die Tage vor der Bestattung verstanden werden.
In der eigens dafür eingerichteten Traueroase besteht die Möglichkeit zur offenen Aufbahrung in persönlicher Atmosphäre, seit 2022 auch in Barsbüttel. Angehörige können den Verstorbenen dort jederzeit besuchen und ganz in Ruhe, ohne Zeitdruck, die letzten Stunden mit ihm verbringen. Auf Wunsch händigt das Team sogar den Schlüssel zu den Abschiedsräumen aus, damit sich niemand an feste Zeiten halten muss. Ein eigener Kühlraum macht das Haus zudem unabhängig von öffentlichen Räumlichkeiten. Möglich sind moderne wie traditionelle Aufbahrungen am geöffneten und am geschlossenen Sarg.
Zur Begleitung gehört außerdem die vollständige Abwicklung sämtlicher bürokratischer Formalitäten, von der Korrespondenz mit Ämtern und Institutionen über die Beschaffung wichtiger Dokumente bis zur Beantragung von Renten- und Versicherungsansprüchen. Die Angehörigen sollen sich um eines kümmern dürfen: ihre Trauer.
Persönliche Beratung in hellen, freundlichen Räumen: Leif Jacobsen, Bestatter in fünfter Generation, leitet den Standort Barsbüttel. Foto: Ollrogge-Kleinert
Von der Erdbestattung bis zum Ewigforst
Organisiert werden alle Bestattungsarten, also Erd-, Feuer- und Seebestattungen ebenso wie Naturbestattungen im Ewigforst Sachsenwald und weitere Sonderformen der Urnenbeisetzung. Das Haus berät ausführlich zu den Grabarten auf den Friedhöfen der Region, hält Kontakt zu Friedhöfen und Steinmetzen für die Grabgestaltung und bietet darüber hinaus eigene Gemeinschaftsgrabstätten an, bei denen keine Pflege anfällt. Ein Angebot verdient besondere Erwähnung: Kinderbestattungen bis zum Alter von 18 Monaten übernimmt das Unternehmen kostenlos, eine stille Geste für Familien, die das Schwerste durchleben.
Trauerfeier, Floristik und Trauerdruck aus einer Hand
Die Trauerfeier selbst wird ganz nach den Wünschen der Familie gestaltet, von der Auswahl des Ortes über Dekoration, Blumenschmuck und begleitende Musik bis hin zur Kaffeetafel nach der Zeremonie. Auch Pastoren oder freie Trauerredner vermittelt und organisiert das Team. Für kleinere Trauerfeiern steht ein eigener Abschiedsraum mit Klavier zur Verfügung, in dem Feiern mit bis zu 30 Gästen stattfinden können.
Die hauseigene Trauerfloristik geht mit viel Herz und handwerklichem Können auf individuelle Wünsche ein, sei es beim Blumenschmuck zur Trauerfeier oder bei einem liebevoll gestalteten letzten Gruß. Trauerdrucksachen sind innerhalb einer Stunde lieferbar. Wer den Abschied noch persönlicher gestalten möchte, kann Särge und Urnen sogar bemalen lassen, für einen Abschied, der so individuell ist wie das gelebte Leben.
Handwerk mit Herz: In der hauseigenen Floristik entstehen Blumenschmuck und letzte Grüße nach individuellen Wünschen. Foto: Ollrogge-Kleinert
Vorsorge: Entlastung für die, die bleiben
Immer mehr Menschen möchten zu Lebzeiten selbst regeln, wie ihr Abschied einmal aussehen soll. Das Haus bietet dazu eine unverbindliche Beratung zur persönlichen Bestattungsvorsorge und deren Finanzierung an. Wer vorsorgt, legt Art und Ablauf der eigenen Bestattung verbindlich fest, sichert die Kosten ab und entlastet die Angehörigen später spürbar, emotional wie finanziell. Auch der digitale Nachlass gehört heute dazu, von Online-Konten bis zu Profilen in sozialen Netzwerken.
Begleitung, die nicht endet
Mit der Beisetzung endet die Arbeit des Hauses nicht. Von der Grabpflege über die Vermittlung von Trauerliteratur und Hilfsangeboten bis zur Sortierung des digitalen Nachlasses bleibt das Team an der Seite der Familien. Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen mit Informationsveranstaltungen und Vorträgen für einen offeneren Umgang mit den Themen Tod, Trauer und Vorsorge in der Region, denn wer rechtzeitig darüber spricht, nimmt dem Abschied einen Teil seiner Schwere. Was sich in mehr als einem Jahrhundert nicht verändert hat, ist der Anspruch des Hauses: erreichbar sein, zuhören und begleiten, an jedem Tag des Jahres.
Aufklärung statt Tabu: Informationsmaterial bei einer Veranstaltung des Bestattungshauses. Foto: Ollrogge-Kleinert
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