Nach monatelangen Verhandlungen ist die drohende Schließung des Drogeriemarktes an der Möllner Landstraße abgewendet. Mehr als 2300 Menschen hatten sich für den Erhalt eingesetzt. Nun hat sich auch Budnikowsky gegenüber dem Barsbütteler Rundfunk zur Zukunft des Standorts geäußert.
Oststeinbek. Für viele Menschen in Oststeinbek dürfte es eine erfreuliche Nachricht sein: Die Filiale der Drogeriemarktkette Budnikowsky an der Möllner Landstraße bleibt vorerst erhalten. Nach monatelangen Verhandlungen haben sich das Unternehmen und der Vermieter auf eine Fortsetzung des Mietverhältnisses verständigt. Damit ist die für April 2027 drohende Schließung zunächst abgewendet.
Über die Einigung hatte Jan Schwartz in einer Pressemitteilung vom 6. Oktober informiert, die dem Barsbütteler Rundfunk zugestellt wurde. Demnach verständigte sich die Geschäftsführung von Budnikowsky mit dem Immobilienunternehmer Horst Gibbesch aus Bargteheide auf einen neuen Mietvertrag.
„Wir haben eine Einigung unterschrieben“, erklärte Gibbesch laut der Mitteilung. Der Vertrag soll bis zum 31. Januar 2030 laufen. Nach Angaben des Vermieters liegt die vereinbarte Miete unter dem Niveau, das bei der Ansiedlung des Drogeriemarktes im Jahr 2009 festgelegt worden war.
Budnikowsky bestätigt Fortsetzung des Mietverhältnisses
Auf eine Presseanfrage des Barsbütteler Rundfunks hat inzwischen auch die Drogeriemarktkette reagiert. Pressesprecherin Claudia Schulz bestätigt, dass für das Mietverhältnis eine bestimmte Laufzeit vereinbart wurde. Das vom Vermieter genannte Vertragsende zum 31. Januar 2030 könne das Unternehmen allerdings nicht bestätigen.
Die Einigung bewertet Budnikowsky positiv. „Wir sind froh für Osteinbek eine Versorgung zu stellen“, teilte Schulz unserer Redaktion mit. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass auch die Einwohner gefragt seien, indem sie weiterhin vor Ort einkauften und so ihre lokale Einzelhandelsstruktur unterstützten.
Denn trotz der Einigung bleibt die wirtschaftliche Situation der Filiale herausfordernd. Nach Angaben aus der Pressemitteilung von Schwartz stagniert der Umsatz am Standort seit Jahren. Gleichzeitig steigen die Kosten für Personal und Energie.
Budnikowsky sieht dennoch eine Perspektive für das Geschäft. „Sie bleibt eng, aber wir glauben, dass wir mit den Osteinbeker eine Wirtschaftlichkeit herstellen können“, antwortete Schulz auf die Frage nach der aktuellen wirtschaftlichen Lage.
2357 Oststeinbeker unterstützten den Erhalt der Filiale
Der drohende Verlust des Drogeriemarktes hatte in den vergangenen Monaten zahlreiche Einwohner beschäftigt. Im April starteten die Oststeinbeker Grünen gemeinsam mit Unterstützern eine Unterschriftenaktion, um Budni in der Gemeinde zu halten.
Bis Ende September beteiligten sich nach Angaben von Schwartz insgesamt 2357 Menschen. Das entspricht etwa einem Viertel der Oststeinbeker Bevölkerung. Parallel wurde eine Online-Petition gestartet.
Mit ihrer Unterschrift erklärten sich die Unterstützer auch bereit, den örtlichen Einzelhandel durch bewusste Einkäufe zu stärken. „Ich kaufe – wann immer möglich – bewusst vor Ort ein und unterstütze damit den lokalen Einzelhandel“, heißt es in der Unterschriftenliste.
Bei Budnikowsky wurde die Aktion positiv aufgenommen. „Wir fühlen uns geehrt, dass so viele Osteinbeker sich für Budni einsetzen“, erklärte Pressesprecherin Schulz.
Ob die Unterschriftenaktion für die Entscheidung zur Fortsetzung des Mietverhältnisses ausschlaggebend war, ließ das Unternehmen offen.
Investitionen in den Standort nicht ausgeschlossen
Ob die Filiale in den kommenden Jahren modernisiert wird oder andere Veränderungen geplant sind, ist bislang unklar. Auf die entsprechende Frage unserer Redaktion erklärte Budnikowsky, dass sinnvolle Investitionen umgesetzt würden, sofern diese wirtschaftlich tragfähig seien.
Eine konkrete Ankündigung zu Umbauten oder weiteren Maßnahmen machte das Unternehmen nicht.
Für die Gemeinde ist die Einigung auch mit Blick auf die Entwicklung der Ortsmitte von Bedeutung. In der Pressemitteilung von Schwartz wird darauf hingewiesen, dass Oststeinbek bereits ein Projekt mit Bürgerbeteiligung gestartet hat, um den Ortskern attraktiver zu gestalten. Ziel sei es, mehr Menschen zum Einkaufen in die Ortsmitte zu bringen und weitere Gewerbetreibende anzusiedeln.
Schon 2019 war die Zukunft von Budni ungewiss
Es ist nicht das erste Mal, dass die Filiale vor einer möglichen Schließung steht. Bereits 2019 drohte dem Budni-Standort im City Center das Aus. Damals konnte die Schließung nach einer Demonstration und dem Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern verhindert werden.
Auch bei den jüngsten Verhandlungen war zunächst keine Lösung in Sicht. Laut Schwartz hatte Vermieter Gibbesch die Ladenfläche bereits anderen Unternehmen angeboten. Neben verschiedenen Einzelhandelsunternehmen seien auch Anbieter aus anderen Branchen angesprochen worden. Bis auf einen Fitnessanbieter habe es jedoch offenbar keine erfolgversprechenden Interessenten gegeben.
Mit der jetzt getroffenen Vereinbarung besteht zunächst wieder Planungssicherheit für den Standort. „Nun ist Budni hoffentlich für längere Zeit gesichert“, erklärte Schwartz in seiner Pressemitteilung.
Wie das Unternehmen selbst die Sicherheit des Standorts einschätzt, wollte der Barsbütteler Rundfunk abschließend von Pressesprecherin Schulz wissen. Auf die Frage, ob der Fortbestand der Filiale mit dem neuen Mietvertrag zunächst gesichert sei, antwortete sie: „Vorerst ja…“
Damit bleibt Oststeinbek eine Einkaufsmöglichkeit erhalten, deren Zukunft über Monate ungewiss war. Ob der Standort langfristig wirtschaftlich bestehen kann, wird nach Einschätzung von Budnikowsky auch davon abhängen, wie stark die Menschen vor Ort das Geschäft künftig nutzen.
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