Die Braaker Mühle verbindet historische Technik mit einem modernen Familienbetrieb. Wo einst das Mahlwerk stillstand, entstehen heute wieder Mehl, Begegnungen und Geschichten.
Braak. Eine Windmühle ohne mahlende Steine: 1977 wurde der Betrieb des historischen Mahlwerks in Braak eingestellt. Für das 1850 errichtete Gebäude begann eine lange Pause. Dass die Mühle heute wieder arbeitet, ist auch dem Engagement eines Vereins zu verdanken.
1983 wurde das Bauwerk unter Denkmalschutz gestellt. Karl-Heinz Borchert setzte sich für seinen Erhalt ein und gründete 1990 den gemeinnützigen Verein Braaker Mühle. Bis 1996 wurde die historische Technik restauriert und ihre Funktion wiederhergestellt. Nach 19 Jahren Stillstand konnte die Windmühle erneut ihrer ursprünglichen Aufgabe nachgehen.
Die Geschichte der Mühle ist eng mit der Familie Lessau verbunden. Carl Heinrich Christoph Lessau ersteigerte sie 1859 und ergänzte den Betrieb um eine Bäckerei. Heute führen Tim und Mark Lessau das Unternehmen in sechster Generation. Aus dem Betrieb an der Windmühle ist eine Bäckerei mit nach eigenen Angaben rund 30 Fachgeschäften und Präsenz auf Wochenmärkten geworden.
Trotz dieser Entwicklung ist das historische Bauwerk weiterhin Teil der Herstellung. Nach Angaben des Unternehmens wird dort Bio-Getreide zu Mehl für die eigenen Backwaren verarbeitet. Gebacken wird täglich in Braak. Zu den Grundlagen der Brotproduktion gehören hauseigene Sauerteige, regionale Zutaten und lange Teigreife.
Ein Wahrzeichen, das weiterarbeitet
Die Mühle lässt sich inzwischen auch abseits des Backwarenkaufs entdecken. Ein Café und ein Museum machen das Gebäude zugänglich; bei Führungen können Besucher seine Geschichte und Technik kennenlernen. Außerdem wird es für Veranstaltungen genutzt.
Zum heutigen Betrieb gehört ebenso ein Onlineportal, über das Kunden Backwaren zur Abholung vorbestellen können. Historisches Mahlwerk und digitale Bestellung stehen damit nebeneinander – als Teile eines Unternehmens, dessen Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert reichen.
Die Braaker Mühle ist deshalb mehr als eine Erinnerung an früher. Ihr Erhalt hat ein Stück Ortsgeschichte bewahrt, das weiterhin eine praktische Aufgabe erfüllt: Aus Getreide wird Mehl. Und aus einem zeitweise stillgelegten Bauwerk wurde wieder ein lebendiger Ort.
Dir gefällt unsere Arbeit?
Der Barsbütteler Rundfunk berichtet unabhängig und lokal. Wenn dir unsere Arbeit gefällt, freuen wir uns über einen kleinen Beitrag für die Kaffeekasse.
Fast geschafft ☕
Du unterstützt mit –. Für die Quittung brauchen wir nur Name & E-Mail.
