Die Einsätze in Willinghusen und Jenfeld waren Teil einer bundesweiten Aktion. Vier Beschuldigte wurden festgenommen. Eine 72-Jährige soll das mutmaßliche Netzwerk angeführt haben.
Barsbüttel/Hamburg. Bei einer bundesweiten Razzia gegen ein mutmaßliches Geldwäschenetzwerk haben Zoll und Polizei am Mittwoch (7. Oktober) auch im Barsbütteler Ortsteil Willinghusen und im Hamburger Stadtteil Jenfeld Objekte durchsucht. Insgesamt waren mehr als 30 Orte in sieben Bundesländern betroffen.
Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und des Zollfahndungsamts Stuttgart wurden vier Beschuldigte festgenommen. Zwei stammen aus dem Raum Stuttgart, einer aus Hamburg und einer aus dem nordrhein-westfälischen Landkreis Lippe. Gegen alle vier wurden Untersuchungshaftbefehle in Vollzug gesetzt. Die genauen Festnahmeorte nannten die Behörden nicht.
Rund 300 Einsatzkräfte des Zolls, der Bundespolizei und der Landespolizeien waren beteiligt, darunter Spezialeinheiten. Bei den Durchsuchungen stellten sie zahlreiche Beweismittel, 75.000 Euro Bargeld sowie zwei Schusswaffen mit Munition sicher. Welche Ergebnisse die Maßnahmen in Willinghusen und Jenfeld erbrachten, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Geldwäsche über Scheinfirmen und Auslandskonten
Die Ermittlungen richten sich insbesondere gegen den Verdacht der gewerbs- und bandenmäßigen Geldwäsche. Als mutmaßliche Anführerin gilt eine 72-jährige Deutsche aus dem Raum Stuttgart. Sie soll mehrere falsche Identitäten verwendet haben. Mindestens drei weitere Beschuldigte sollen dem Netzwerk als Bandenmitglieder angehören.
Die Gruppe soll gegen Bezahlung Gelder aus Straftaten für Dritte gewaschen haben. Dafür sollen die Beschuldigten zahlreiche Konten im In- und Ausland eingerichtet und mehrere Scheinfirmen registriert haben. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden über diese Konten mehrere hunderttausend Euro aus Betrugstaten geschleust.
Darüber hinaus besteht der Verdacht, dass das Netzwerk die Logistik für Drogenimporte aus dem Ausland organisierte. Die Beschuldigten sollen Lagerräume als Umschlagplätze angemietet und Rauschgiftlieferungen koordiniert haben. Außerdem sollen sie unrichtige Rechnungen erstellt haben, um Dritten die Bezahlung von Schwarzarbeit oder illegaler Beschäftigung zu ermöglichen.
Die Durchsuchungen fanden in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Rheinland-Pfalz statt. Das Verfahren führen das Zentrum für die Bekämpfung der Finanzkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Zollfahndungsamt Stuttgart.
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