Holzplatten statt glänzender Schaufenster: In der Hamburger Innenstadt bereiten sich zahlreiche Geschäftsleute auf mögliche Ausschreitungen am Halloween-Wochenende vor. Am Neuen Wall werden bereits am Freitag Schaufenster und Eingänge mit massiven Holzkonstruktionen gesichert. Die Sorge vor Krawallen und Plünderungen ist groß.
Hamburg – Ungewöhnliche Bilder aus einer der exklusivsten Einkaufsstraßen der Hansestadt: Wo sonst hochwertige Waren hinter großen Glasfronten präsentiert werden, bestimmen am Freitag (30. Oktober) Holzplatten und massive Schutzkonstruktionen das Straßenbild. Am Neuen Wall haben mehrere Geschäftsleute damit begonnen, ihre Ladenlokale regelrecht zu verbarrikadieren.
Der Grund sind Befürchtungen, dass es am Samstag (31. Oktober) im Zusammenhang mit angekündigten Demonstrationen zu gewaltsamen Ausschreitungen kommen könnte.

Händler schützen Schaufenster und Eingänge
Mit stabilen Holzgestellen und großflächigen Holzplatten werden Schaufenster, Eingangstüren und teilweise ganze Ladenfronten gesichert. Die Schutzmaßnahmen sollen verhindern, dass Geschäfte bei möglichen Krawallen beschädigt oder geplündert werden.
Nicht nur am Neuen Wall, sondern auch rund um den Jungfernstieg bereiten sich Händler auf das bevorstehende Wochenende vor. Einige Unternehmen haben sich zudem entschieden, ihre Geschäfte vorsorglich geschlossen zu halten.
Die Maßnahmen zeigen, wie ernst Teile des Einzelhandels die mögliche Gefährdung nehmen. Dabei steht bislang keineswegs fest, dass es tatsächlich zu Ausschreitungen kommen wird.

Demonstration am Samstag in der Innenstadt
Hintergrund ist eine für Samstag angekündigte Demonstration der Initiative „Gen Z regelt“. Die Versammlung soll um 14 Uhr am Jungfernstieg beginnen. Angemeldet ist eine Demonstration gegen die Wehrpflicht, die durch die Innenstadt bis zum Lohmühlenpark führen soll.
Die Initiative selbst ruft zu friedlichen Protesten auf. Allerdings sorgen Berichte über aggressive Aufrufe in sozialen Netzwerken und mögliche Störungen durch gewaltbereite Gruppen für erhebliche Verunsicherung.
Auch die Sicherheitsbehörden haben die Entwicklung im Blick. Die Polizei bereitet sich auf den Demonstrationstag vor, geht nach bisherigen Erkenntnissen allerdings von einem weitgehend störungsfreien Verlauf aus.
Innenstadt zwischen Vorsicht und Anspannung
Der Handelsverband Nord hat seine Mitglieder bereits über Handlungsempfehlungen der Hamburger Innenbehörde informiert. Unter anderem sollen lose Gegenstände vor den Geschäften entfernt werden.
Dass der 31. Oktober in Hamburg wegen des Reformationstags ein gesetzlicher Feiertag ist, könnte die Situation zusätzlich entschärfen. Die meisten Geschäfte bleiben ohnehin geschlossen.
Am Neuen Wall will man sich darauf offenbar nicht allein verlassen. Dort werden bereits einen Tag vor Halloween umfangreiche Vorkehrungen getroffen.
Ob die massiven Holzbarrieren tatsächlich benötigt werden, wird sich erst am Samstag zeigen. Die Hoffnung bleibt, dass die Proteste friedlich verlaufen und die Schutzmaßnahmen ungenutzt bleiben.
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