Immer wieder sind derzeit laute Bahnsignale zu hören – auch mitten in der Nacht. Hintergrund sind zusätzliche Gütertransporte nach Glinde. Für das Wochenende kündigt das Unternehmen weniger Fahrten an.
Glinde/Billstedt – Ein lautes Pfeifen, tagsüber ebenso wie mitten in der Nacht: In Glinde, Havighorst und Billstedt machen sich derzeit ungewöhnlich häufig Bahnsignale bemerkbar. Aus Kirchsteinbek erreichte die Redaktion die Frage, weshalb die Geräusche plötzlich mehrmals täglich zu hören seien. Sonst nehme man sie dort höchstens ein- bis zweimal im Monat wahr, heißt es in der Rückmeldung.
Eine Erklärung liefert die Stadt Glinde mit einer veröffentlichten Stellungnahme der Koops-Gruppe. Hintergrund ist verstärkter Güterverkehr seit Sonnabend, dem 24. Oktober. Nach Unternehmensangaben wird alter Gleisschotter aus Bauarbeiten an der Bahnstrecke Lübeck–Büchen zur Aufbereitung nach Glinde transportiert. Die Zufahrt führt über Billstedt und den Oststeinbeker Ortsteil Havighorst.
Auch der Barsbütteler Rundfunk hatte das Unternehmen bereits in der vergangenen Woche zu den häufigen Tonsignalen und dem nächtlichen Bahnverkehr angefragt. Eine direkte Rückmeldung auf diese Anfrage steht bislang aus.
Warum die Signale auch nachts ertönen
Mit den zusätzlichen Zugfahrten sind auch die Warnsignale häufiger zu hören. Nach Angaben der Koops-Gruppe sind die Pfeifsignale zur Sicherung an Bahnübergängen vorgeschrieben. Sie müssen demnach auch dann abgegeben werden, wenn Sicherungsposten die Übergänge zusätzlich absichern.
Dass die Transporte auch nachts stattfinden, begründet das Unternehmen mit der bestehenden Betriebsgenehmigung: Der Gleisanschluss sei für einen Betrieb rund um die Uhr zugelassen.
Die Erklärung führt die ungewohnte Häufigkeit der Tonsignale auf den verstärkten Verkehr zurück. Dass die Signale selbst lauter geworden wären, geht daraus nicht hervor.
Am Wochenende soll der Verkehr wieder abnehmen
Nach Angaben der Koops-Gruppe ist die derzeitige Intensität der Transporte vorübergehend. Am Wochenende des 31. Oktober und 1. November soll die Zahl der Fahrten wieder reduziert werden.
Bis dahin müssen Anwohner entlang der Strecke weiterhin mit Güterzügen und den dazugehörigen Tonsignalen rechnen – tagsüber ebenso wie nachts. Ein vollständiges Ende des nächtlichen Verkehrs ist mit der angekündigten Reduzierung allerdings nicht zugesagt.
Dir gefällt unsere Arbeit?
Der Barsbütteler Rundfunk berichtet unabhängig und lokal. Wenn dir unsere Arbeit gefällt, freuen wir uns über einen kleinen Beitrag für die Kaffeekasse.
Fast geschafft ☕
Du unterstützt mit –. Für die Quittung brauchen wir nur Name & E-Mail.
